Dr. med. Daisy Hünefeld

Dr. med. Daisy Hünefeld

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Dr. med. Daisy Hünefeld

  1. Wie bin ich zu diesem Thema gekommen?
    Als Gründungsmitglied der DGFTM konnte ich von Anfang an die Initiative begleiten. Erste Ansätze habe ich schon vor einigen Jahren als Leiterin der Unternehmensentwicklung der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) mit verfolgt. Insbesondere an der MHH ist das Bewusstsein, dass es im Bereich der Transitionsmedizin Handlungsbedarf gibt, entwickelt und geschärft worden. Erfreulicherweise ist das Thema nun dabei, jenes Maß an Aufmerksamkeit zu gewinnen, das es verdient.
  2. Was motiviert mich hier aktiv zu sein?
    Als Verantwortliche einer Christlichen Krankenhausträgerin, der St. Franziskus-Stiftung Münster, richtet sich mein besonderes Augenmerk gerade auf die Menschen, die sich uns anvertrauen und die unserer besonderen Unterstützung bedürfen. Das gilt für die Transitionsmedizin aber auch für andere Patientengruppen: insbesondere für Frühgeborene, hochbetagte multimorbide Patienten sowie Menschen aus Behinderteneinrichtungen, für die ein ambulanter Versorgungsbedarf besteht oder ein stationärer Krankenhausaufenthalt erforderlich wird.
  3. Mein schönste Erfahrung mit Jugendlichen im Transitionsprozess
    Der Abschluss eines innovativen Integrierten Versorgungsvertrages für Nierentransplantierte, der den Bedürfnissen der transplantierten Jugendlichen auch beim Transitionsprozess gerecht wird. Der Vertrag hat eine greifbare Verbesserung gebracht, und ich habe mich gefreut, daran mitwirken zu können.
  4. Was muss sich ändern, damit Transition erfolgreich wird?
    Zunächst muss für das Thema auf breiter Ebene sensibilisiert, die Bedeutung für die betroffenen Patient/innen deutlich gemacht und der Wissenstransfer forciert werden.
    Dazu leistet die DGFTM einen wertvollen Beitrag durch ihre vielfältigen Aktivitäten nicht nur fachlicher Natur sondern auch im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit.
  5. Wo liegen die größten Hürden bei der Umsetzung einer erfolgversprechenden Transition?
    Es gibt zu wenig Angebote für die professionelle Begleitung von Transitionsprozessen. Bei chronisch Kranken oder Patient/innen nach einer Transplantation oder einer schweren onkologischen Erkrankung wird die Begleitung der Transition oftmals nicht bzw. allenfalls nachrangig in den Blick genommen. Die Transitionsmedizin gilt als „Randgebiet“ der Medizin und ist derzeit noch nicht als wichtiger Baustein einer ganzheitlichen Medizin etabliert. Da gibt es noch einiges zu tun, und ich freue mich, dass die DGFTM sich dieser Aufgabe engagiert und mit immer deutlicher erkennbaren Erfolgen widmet.